GALORE Nr. 22

GALORE Ausgabe 22

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GALORE Nr. 23 erscheint am Mittwoch, 7. Juni

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Sie kennen das bestimmt aus der Küche: Was in der kunterbunten Welt der TV-Werbebotschaften köstlich und verlockend aussieht, gereicht am eigenen Herd häufig zu einem optischen wie geschmacklichen Häufchen Elend. Vielleicht kennen Sie auch den Moment, wenn Sie ein von Ihnen mit großer Vorfreude gebuchtes Ferienhaus betreten und zu ihrem ärger feststellen, dass Ihre Bleibe für die kommenden zwei Wochen auf den Fotos im Internet einen ganz anderen Eindruck vermittelt hatte. Oder dass die Kleidung, die Sie sich gekauft haben, an den Models in den großformatigen Anzeigen dann und wann besser aussieht, als... nun ja, geschenkt. Wir wollen Sie nicht mit weiteren Belegen dafür langweilen, dass Produktversprechen nicht selten ein wenig in die Irre führen.

Bezogen auf GALORE möchten wir aber eine Aussage präzisieren, mit der wir Sie auf die vergangene Ausgabe neugierig gemacht hatten. Von „ausführlichen Interviews“ war da auf dem Titelbild die Rede, und vermutlich wird uns niemand vorwerfen, dass wir damit einen Etikettenschwindel betrieben hätten. Nur, wirklich treffend ist das Prädikat „ausführlich“ letztlich nicht. Wir denken eher: Es greift zu kurz. Die eigentliche Stärke der GALORE-Interviews ist aus unserer Sicht nämlich nicht nur die Ausführlichkeit. Vielmehr glauben wir, dass wir Ihnen durch die Länge der Interviews das gewährleisten können, was uns wirklich wichtig ist, nämlich: Ihnen anregende Interviews zu bieten, die im besten Fall sogar bereichernd sind. Diesen kleinen, aber doch bedeutsamen Unterschied werden wir von nun an auch auf dem Titelbild kommunizieren. Dabei ist uns durchaus bewusst, dass wir dadurch die Messlatte höher legen und uns angreifbar machen. Was ist, wenn ein Interview nicht das gewünschte Ergebnis liefert? Was, wenn Sie schlichtweg anderer Meinung sind und ein Gespräch eben nicht anregend fanden, sondern langweilig und bedeutungslos?

In jedem Fall wollen wir Ihnen versichern, dass wir sehr darauf bedacht sind, dass jedes abgedruckte Interview zumindest unseren eigenen Maßstäben gerecht wird. Daher haben wir bei dieser Ausgabe auf die Veröffentlichung von einigen Gesprächen mit „großen Namen“ verzichtet, weil sie dem Ansatz, den wir verfolgen, leider nicht gerecht wurden. Stattdessen haben wir uns dazu entschieden, Ihnen Professor Peter Berthold vorzustellen. Wir sind uns nämlich sicher, dass Sie anders in Ihren Garten und auf die Natur schauen werden, wenn Sie das Gespräch mit dem Ornithologen gelesen haben. Vielleicht werden Sie auch ein wenig differenzierter auf das Phänomen Hooligans gucken, weil der Autor Philipp Winkler das Thema im Gespräch einordnet und unaufgeregt hinter die Kulissen blickt, ohne dabei die grundsätzliche Idiotie der Sache an sich in Frage zu stellen. Mit unserer Initiative „Lesen hilft Menschen“ widmen wir uns dieses Mal dem Thema Pädophilie, um das Projekt „Kein Täter werden“ zu unterstützen: Der Berliner Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, potenzielle Täter im Vorfeld so zu betreuen, dass es gar nicht erst zum Schlimmsten kommt.

Dass in der neuen Ausgabe auch populäre Menschen aus Film, Musik, Literatur oder Politik zu Wort kommen, versteht sich von selbst. Wobei wir auch bei den Gesprächen mit Tom Schilling, Christoph Butterwegge, Jonathan Safran-Foer, Michael Caine, Bela B oder Volker Schlöndorff darauf geachtet haben, unserer Maxime gerecht zu werden.

Wir hoffen daher, dass wir Ihnen erneut eine Lektüre garantieren können, die Ihren und unseren Vorstellungen gerecht wird und dass das gewählte Prädikat „anregend“ eben nicht zum Etikettenschwindel gereicht – selbst in der „Bio-Branche“ passiert das übrigens häufiger, als man glauben möchte. Und darüber, dass Konsumenten hier nur zu oft ein X für ein U vorgemacht wird, weiß Unternehmerin Sina Trinkwalder ein sehr stimmgewaltiges Lied zu singen.

Ihre GALORE-Redaktion

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