GALORE Nr. 16

GALORE Ausgabe 16

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GALORE Nr. 17 erscheint am Donnerstag, 4. August

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was Sie diesen Monat als Schnappschuss im Vorwort sehen, ist eine Zeichnung von Professor Albrecht Beutelspacher, Deutschlands populärstem Mathematiker. Er fertigte sie während des Interviews an, um zu erläutern, wie die erste irrationale Zahl in die Welt kam: Die Pythagoreer fragten sich beim Betrachten dieses fünfzackigen Sterns, „in welchem Verhältnis wohl die längere Strecke zu der kürzeren Strecke steht.“ Liest man das ganze Gespräch, bekommt man ein Gespür dafür, wie ein Mathematiker wortwörtlich „die Welt mit anderen Augen“ sieht. Die Leidenschaft, mit welcher Beutelspacher die hohe Kunst der Mathematik betreibt gleicht jener, mit der John Irving in unserer Titelgeschichte über die Literatur des 19. Jahrhunderts und die Größe ihrer Figuren im Vergleich zu den Antihelden der Gegenwart spricht: „Wenn mir einer dieser Typen damals auf der Uni begegnet wäre, hätte ich ihm schon gezeigt, wo die innere Stärke eines Ringers liegt.“

„Die Welt mit anderen Augen“ – dieses Motto wird für uns immer wichtiger. Für die Regisseurin Marie Nehles ist es der Grund, Dokumentarfilme zu machen. Sie führt uns nach Nepal, wo im 21. Jahrhundert immer noch Lepra eine große Rolle bei der Spaltung einer Gesellschaft spielt, die sich auf der anderen Seite als charmant und friedfertig erweist. Ingrid Newkirk, Präsidentin der Tierrechtsorganisation PETA, antwortet mit Präzision und Geduld auf sämtliche Vorwürfe der letzten Jahre, mit denen sie die Autoren konfrontieren. In der Reihe „Lesen hilft Menschen“ zeigen die Chefs der Kölner Organisation Rhein-Flanke, wie gute Jugendarbeit mittels Sport funktioniert. Der Autor Tobi Katze schließlich berichtet davon, wie die Welt durch die Augen eines hoffnungslos depressiven Menschen aussieht und wie sich dieser Zustand ändern lässt.

Zu meiner Freude offenbaren auch die Prominenten und Stars der Ausgabe abseits üblicher PR-Antworten ihre jeweils ganz eigene Sicht der Dinge. Wenn Dustin Hoffman über seine WG als junger Mann, Will Smith über seine Kindheit in West Philadelphia und Stellan Skarsgård über die Vorzüge der Nacktheit spricht, kommt man ihnen ein wenig näher. Und Rick Astley überrascht mit einer Form kenntnisreicher Gelassenheit, die einen beschwingt durch den Tag bringt. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Herzliche Grüße aus der Redaktion!

Oliver Uschmann, Chefredakteur

Inhalt der Ausgabe


GALORE eMagazin Nummer 18
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