Volker Schlöndorff

Volker Schlöndorff

„Kunst hat mit Hoffnung nichts zu tun.“

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Zur Person

08.04.2014, Hamburg, Späte Ehren für frühe Werke: Im „Abaton“-Kino wird Schlöndorffs „Baal“ gezeigt. Mit dem Film, den der Oscar-prämierte Regisseur im Alter von 30 Jahren drehte und der von den Brecht-Erben nach jahrzehntelangem Streit erst jetzt wieder freigegeben wurde, reist er gerade durch Deutschland. Am nächsten Tag muss Schlöndorff zurück nach Babelsberg. Für seine Verdienste um das Filmstudio, das er als Geschäftsführer in den 90er-Jahren vor dem Ruin rettete, verleihen ihm die neuen Babelsberg-Bosse einen Preis, die „Studio Babelsberg Ehren-Maria“, die vor ihm schon Regisseur-Kollege Roman Polanski und Berlinale-Chef Dieter Kosslick bekamen. Keine schlechten Tage für einen, der bei allem Ruhm auch viele Rückschläge erdulden musste.

Herr Schlöndorff, wie ist das, auf Tour zu sein mit einem Werk, das man vor über 40 Jahren gemacht hat?

Volker Schlöndorff: Ich empfinde es gar nicht mehr als mein Werk. Derjenige, der ich mal war, als ich diesen Film gemacht habe, der bin ich ja heute zwangsläufig nicht mehr. Weder biologisch, weil der Körper sich in der Zwischenzeit gewandelt hat. Und auch nicht in der Haltung. Umso mehr kann ich meinen Spaß daran haben. Ich fühle mich für nichts verantwortlich! Und bin verblüfft, wie viel Empörung und Begeisterung das alles noch auslösen kann. Das ist bei diesem Film wirklich radikal: Entweder die Leute lieben oder sie hassen ihn.

Mit welchen unterhalten Sie sich lieber?

Für mich sind immer die Leute interessanter, die sich empören. Die sagen: „Was haben Sie denn für ein Frauenbild? Wieso hat denn die Margarethe von Trotta da so eine Rolle? Wieso muss die denn ihrem Mann hörig sein? Und wo ist denn da, bitteschön, die Hoffnung?“

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