Ralf Richter

Ralf Richter

„Mir geht’s um die Verwirrung.“

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Zur Person

06.03.2014, Köln. Ralf Richter ist überpünktlich. Tochter Aline, 21, die gerade aus Berlin zu Besuch ist, hat er zum Interview mitgebracht. In einem Café am Dom wollen wir uns mit ihm, dem ewigen Kalle Grabowski, seiner Paraderolle des Ruhrpottprolls, über die wirklich wichtigen Themen unterhalten: Familie, Freundschaft und die beste Wurst im Revier.

Herr Richter, Sie haben mal von sich selbst behauptet, „einer der besten Tänzer der Welt“ zu sein. Wie muss man sich den tanzenden Ralf Richter vorstellen? Mehr Wiegeschritt oder mehr Hüftschwung?

Ralf Richter: Ach, das sagt man doch nur so. Als meine Tochter klein war, also in dem Alter, in dem sie mir noch alles geglaubt hat, habe ich ihr immer solche Geschichten erzählt. Wir haben zum Beispiel Fernsehen geschaut, so durchgezappt, und dann lief irgendwo die Übertragung der Eiskunstlaufweltmeisterschaft. Sie war total fasziniert. Und als Vater willst du ja der Größte für dein Kind sein, also habe ich gesagt: „Hömma, im Eiskunstlaufen war ich früher Europameister, bevor ich deine Mutter kennengelernt habe.“ Und so war das auch mit dem Tanzen. Das waren immer meine Sprüche: „Bei mir haben sie alle gelernt: Michael Jackson, James Brown. Sogar Justin Timberlake.“ (lacht)

Und sie hat das geglaubt?

Naja, bis sie alt genug war, ihren alten Herren zu hinterfragen. Irgendwann hat sie ihre Mutter angerufen, um da mal nachzuhaken, und die sagte nur: „Bester Tänzer? Ich geb dir gleich!“ Aber tatsächlich mag ich Tanzen. Also eigentlich nur die Gesten, die von Travolta zum Beispiel. (Er steht auf, schiebt einen Kaffeehausstuhl zur Seite und wirft sich in John Travoltas „Saturday Night Fever“-Pose. Er stößt dabei einen kleinen Schrei aus.) Das kann man praktisch immer einbauen, wenn die Stimmung gerade mal nicht so gut ist. Dann stehste auf und sagst: „Aufgepasst, Leute, wer ist das hier?“ und alle wissen Bescheid und haben sofort gute Laune.

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