Ingo Zamperoni

Ingo Zamperoni

„Es geht nie darum, mich selbst zu profilieren.“

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Zur Person

22. März 2018, Hamburg. Wer regelmäßig die „Tagesthemen“ schaut, dem ist Ingo Zamperoni auch im Gespräch vertraut. Ein stets leicht verschmitztes Lächeln umspielt seine Gesichtszüge, dazu dieser Singsang im Duktus: Der Mann, der uns in jeder zweiten Woche die Nachrichten und Krisen aus der ganzen Welt näherbringt, ist ein sehr nahbarer Gesprächspartner. Freimütig aber wohlüberlegt spricht man fast eineinhalb Stunden im schönen Ambiente des Literaturhauscafés mit Blick auf die Alster über politische und persönliche Themen. Zamperoni beziffert den Schaden, den Trump seinem Land und der Welt zufügt. Erläutert die Probleme, vor denen der Journalismus heute steht. Und erklärt sein Selbstverständnis als Gesicht der „Tagesthemen“ in diesen bewegten Zeiten.

Herr Zamperoni, was denken Sie, wie häufig wird in diesem Gespräch der unverblümte Privatmensch mit dem abwägenden „Tagesthemen“-Moderator in einen inneren Meinungskonflikt geraten?

(grinst) Also, ich mache diesen Job jetzt regelmäßig seit gut eineinhalb Jahren. Dabei bin ich eigentlich nur ein einzelner Redakteur in einer großen Redaktion, dort diskutieren wir alle gemeinsam, ringen um die Themen und die Gestaltung der Sendung. Am Ende bin ich aber eben derjenige, der die Nachrichten verkauft, neben Pina Atalay und Caren Miosga bin ich das Gesicht dieser Sendung. Damit ist schon eine gewisse Verantwortung verbunden, die ich auch immer mal wieder spüre: Ich bin eben nicht nur für mich und meine Vorstellung von Journalismus unterwegs, sondern auch im Auftrag und als Gesicht dieser doch sehr wichtigen Nachrichtensendung. Und mit diesem Wissen im Hinterkopf tritt man in der Öffentlichkeit schon ein bisschen anders auf.

Passiert das intuitiv oder mit Plan und Steuerung?

Es ist nicht so, dass ich mich da ununterbrochen checke, und ich bin sowieso nicht der Typ, der jedes Wochenende feiernd über den Kiez zieht. Aber natürlich überprüfe ich meine öffentlichen Aussagen noch mal anders. Auf Twitter beispielsweise. Da halte ich mit meiner Meinung zwar nicht hinterm Berg, aber ich denke schon ein bisschen intensiver über die Dinge nach, die ich so in der Sendung sicher nicht sagen würde. Weil ich eben gemerkt habe, dass da nicht unterschieden wird.

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