Musik

Musiktipps der Woche

Nina Simone • Till Brönner & Dieter ILG

Musiktipps der Woche - Nina Simone • Till Brönner & Dieter ILG

Till Brönner & Dieter Ilg • Nightfall

Sony • 26. Januar

Till Brönner ILGDieses Album sei in gewisser Hinsicht eine Zumutung, konstatierte Till Brönner über seine neue Platte „Nightfall“, die er gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner, dem Kontrabassisten Dieter Ilg, aufnahm. Eine Zumutung für das Duo, sich der Improvisation, dem nebulösen Moment, dessen Vorhang stets erst während der Entstehung gelüftet wird, zu verschreiben - wie auch für das Publikum, sich auf dieses Spiel einzulassen. Da möchte der geneigte Jazzliebhaber entgegnen: Welche Zumutung? Dieses Album ist ein großes Geschenk an den Jazz. Denn Brönner und Ilg verstehen es exzellent, aus einem Potpourri an Liedern unterschiedlicher Genres, von Bach, über die Beatles bis hin zu Will.i.am, ihren eigenen Sound zu legen, der offenbart, dass das Duo ganz bei sich selbst ist. Brönner haucht seinen Trompetensound so schön wie schon lange nicht mehr und Ilg fängt diesen kongenial mit seinem Kontrabass auf. Ein Album, dessen Schönheit vor allem durch die Reduktion auf das Wesentliche besticht. Bravo.

Björn Eenboom


Nina Simone • Mood Indigo (The Complete Bethlehem Singles)

BMG / Warner • 9. Februar

Nina Simone Moon IndigoIm April diesen Jahres wird Nina Simone mit der Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall Of Fame geehrt. Bei einem solchen Anlass –die Sängerin wäre zudem im Februar 85 Jahre alt geworden – verwundert es nicht, dass Plattenfirmen die Gelegenheit nutzen, ein neues Album der Grande Dame der „Black Classical Music“ herauszubringen. Jazz war laut der unablässig politisch aktiven Simone eine Bezeichnung der Weißen für Schwarze, weswegen sie selbst diesen Begriff stets vermied. Zu oft haben derartige Kompilation einen faden Beigeschmack ohne bezeichnenden Mehrwert. Nicht so aber „Mood Indigo (The Complete Bethlehem Singles)“. Das Album beinhaltet die frühen Aufnahmen der Sängerin und enthält darüber hinaus sieben rare Singleversionen. Neben der Musik ist vor allem das Booklet reizvoll. Auf über 20 Seiten kommt beispielsweise Simones Wegbegleiter Albert „Tootie“ Heath zu Wort. Somit liefert die Platte ein umfassendes Porträt der Sängerin und ist damit mehr als eine bloße Ansammlung einzelner Songs.

Katharina Raskob