Ulrich Wickert

Ulrich Wickert

„Der Deutsche muss das Entspannen lernen.“

Leserbewertung:

Zur Person

04.09.2017, Hamburg. Wer oder was könnte Ulrich Wickert wohl aus der Ruhe bringen? Wer sich an seine Zeit als Tagesthemen-Moderator erinnert, kennt seine ruhige Art. Gut zehn Jahre nach seiner letzten Moderation ist der ehemalige ARD-Anchorman eher noch gelassener geworden. Ulrich Wickert war schon als Schüler von Frankreich fasziniert, heute scheint es, als hätte er die Lebensphilosophie des „Savoir vivre“ mit Leichtigkeit komplett übernommen. Im Gespräch geht es um den politischen Wandel in Frankreich, den Wickert wie auch Emmanuel Macron als „Revolution“ bezeichnet, aber auch um seine Erfahrungen mit Fake News zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab.

Herr Wickert, welches Vorurteil der Deutschen gegenüber den Franzosen stört Sie besonders?

Da gibt es einige. (lächelt) Eines lautet, der Franzose hätte keinen Humor. Das ist ein riesiger Irrtum, ich glaube, die Franzosen haben im Alltag weitaus mehr Humor als die Deutschen. Aber der Deutsche versteht es nicht, weil viele – ganz banal –kein Französisch können.

Stimmt denn der Eindruck, dass Eliten in Frankreich eine größere Rolle spielen als in Deutschland?

Das schon, ja. Es ist ein interessantes Phänomen, dass ein so liberales Volk wie die Franzosen diesen Eliten immer wieder verhilft, an die Macht zu kommen.

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