Torsten Sträter

Torsten Sträter

„Ich stelle voller Stolz fest, dass ich nicht gierig bin."

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  • Anna Spindelndreier
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Zur Person

16.03.2017, Dortmund. Torsten Sträter kommt zu spät. Aber nur ein ganz klein wenig. Trotzdem entschuldigt sich der Mann mit der Mütze, der als Treffpunkt das Dortmunder U, das ehemalige Wahrzeichen der Dortmunder Union Brauerei und heute ikonischer Kulturtempel der Ruhrgebietsmetropole, vorgeschlagen hatte. Jegliche Starallüren sind dem Komiker offensichtlich fremd. Vielleicht auch, weil der Erfolg den heute 50-Jährigen erst spät ereilt hat. Nachdem er einen Kaffee bestellt hat, spricht er im für ihn typischen Ruhrpott-Slang über den Unterschied zwischen Comedians und Komikern, über die Verbindung zwischen Komik und Tragik und davon, worüber er selbst lacht - oder eben nicht.

Herr Sträter, einer meiner Freunde mag keine Comedians, von Ihnen aber ist er begeistert. Was machen Sie anders als Ihre Kollegen?

Darüber versuche ich möglichst wenig nachzudenken. Sonst bestünde die Gefahr, dass ich beginne, mich als Figur zu konstruieren. Will ich aber nicht, und ich neige auch nicht zu übertriebener Publikumsinteraktion - das Melken des Publikums als Gag-Bringer ist mir zuwider. Mir ist wichtiger, dass meine Auftritte wirken wie ein Abend unter Freunden. An diesem Abend versuche ich meine Themen durchzuboxen, selbst wenn es drei Stunden dauert.

Sie selbst bezeichnen sich lieber als Komiker denn als Comedian. Heißt das: Lieber Loriot oder Theo Lingen als Mario Barth oder Oliver Pocher?

Theo Lingen? Interessanter Einwurf. Vielleicht auch noch Hans Moser? Nein, nicht zwingend. Es stimmt aber, dass ich großer Loriot-Fan bin, nur: Wer ist das nicht? Allerdings stoße ich mich in meiner Eigenschaft als gelernter Herrenschneider hin und wieder daran, dass die Revers von Loriot meist etwas zu breit waren. Grundsätzlich lache ich am liebsten über Dinge, die wenigstens im Ansatz den Anstrich des Niveauvollen besitzen.

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