Richard David Precht

Richard David Precht

„Wir treiben auf die Katastrophe zu.“

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  • Marina Weigl
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Zur Person

28.09.2016, Düsseldorf. Man muss schon genau hinsehen, um in dem Mann, der mitkinnlangem Haar und Mantelkragen am Fenster des Cafés vorbeieilt, den Popstar unter den Philosophen zu erkennen. Die Kaffeemaschine ist ausgefallen, aber Richard David Precht braucht nicht mehr als eine gut improvisierte Tasse, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Eigentlich soll es um Wirtschaftsethik gehen, aber da in Zeiten der globalen Digitalisierung alles mit allem zusammenhängt, wird es ein Gespräch über seine Rolle als öffentlicher Intellektueller, die Ehrlichkeit von Spitzenmanagern nach dem zweiten Glas Wein, Laborfleisch und drohende soziale Katastrophen.

Herr Precht, als Sie diesem Magazin vor sieben Jahren ein Interview gaben, war Ihnen mit „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ gerade Ihr erster Bestseller gelungen. Inzwischen gibt es fünf weitere. Was hätte der Richard David Precht von heute dem damaligen zu sagen?

2009 hatte ich natürlich nicht die Vorstellung, dass dieser öffentliche Erfolg so lange anhalten würde. Es gibt nur ganz wenige Autoren, die mit Sachbüchern regelmäßig in den Bestseller-Listen auftauchen. Meist handelt es sich dabei um Leute, die aus dem Fernsehen bekannt sind.

Das sind Sie auch.

Meine Fernsehsendung läuft sechsmal im Jahr sonntags zu einer Zeit, in der nur Nachtwächter zuschauen. Sie bindet nicht viel Publikum. Deswegen bin ich sehr überrascht, dass das so lange so gut funktioniert.

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