Max Herre

Max Herre

„Große Worte muss man meinen.“

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Zur Person

06.06.2014, Hamburg. Auf der Reeperbahn brennt noch kein Licht, es ist früher Nachmittag. Max Herre hatte hier zwei Tage zuvor einen Gastauftritt beim Konzert seines Kollegen Samy Deluxe. Im Anschluss begleitet er Udo Lindenberg bei dessen aktueller Tour. Herre, früher „Freundeskreis“-Frontmann, heute Rapper, Singer-Songwriter, Texter, Produzent und zuletzt auch Castingshow-Coach bei „The Voice“, ist musikalischer Universalist. Er aber will lieber Spiegel als Leader sein. Überhaupt: Ihm geht es um Musik, ununterbrochen. Fast jede Antwort, die er gibt, endet in einer Betrachtung aus musikalischem Blickwinkel. Eine gewöhnungsbedürftige, aber schöne Konsequenz.

Herr Herre, welches ist das bessere Song-Thema: Liebe oder Freundschaft?

Max Herre: Liebe ist als Thema einfacher. Ich glaube, ein Song, den man über Freundschaft schreibt, wird von vielen ohnehin als Liebeslied verstanden. Man muss in Songs über Freundschaft also exakter sein, um diese Trennung zu ziehen. Das wirkt schnell angestrengt. Wenn man verliebt ist, egal ob glücklich oder unglücklich, befindet man sich dagegen in einem Zustand, der emotional so aufgeladen ist, dass einem die stärkeren Bilder einfallen.

Reicht denn ein Gefühl oder müssen Songs für Sie auch immer eine Botschaft haben?

Ich tue mich schwer mit solchen Erwartungen. Also, klar: Ich erwarte etwas von einem Musikstück. Nämlich dass es mir, in dem Moment, in dem ich es mache, gefällt. Und im besten Fall gefällt es den Menschen, die es hören, dann auch. Sich aber eine Messlatte zu legen, inhaltlich, und zu sagen „Es darf nur das und das sein“ oder „Es muss das und das erfüllen, um überhaupt stattfinden zu dürfen“ – diesen Filter habe ich erst einmal nicht. Aber, natürlich: Wenn man etwas sagt, dann muss es Sinn machen, dann trägt man auch eine gewisse Verantwortung.

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