Laura Méritt

Laura Méritt

„Pornos können Beziehungen unterstützen.“

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  • Polly Fannlaf
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Zur Person

12.05.2014, Berlin. Der Wirkungsbereich der promovierten Philosophin und Sexaktivistin Laura Méritt liegt hinter einer Wohnungstür eines Hauses in Kreuzberg: Im Regal stehen Bücher mit Titeln wie „Vulva“, „Körper“ und „Liebe“, unter dem Fernseher stapeln sich Porno-DVD-Hüllen und mittendrin steht die Gastgeberin, groß, souveräner Händedruck, herzhaftes, ansteckendes Lachen. Mit großer Offenheit spricht sie über ihre Reisen in die weite Welt des Sexes, präsentiert ihre Sammlung exotischer Dildos und erklärt, warum sexpositiver Feminismus auch für Männer eine Befreiung ist.

Frau Méritt, Muschi, Möse, Pussy, Vulva oder Vagina – welches Wort für das weibliche Geschlechtsteil ist Ihnen das liebste?

Laura Méritt: Ich sage meistens Möse, pushe aber gerne die Vulva. Denn unser Spruch ist „Viva La Vulva“. Das ist schön lautmalerisch und kommt gut an. Leider wird das Wort Vulva in der gegenwärtigen Anatomie nur für das Äußere benutzt wird, was komplett falsch ist. Etymologisch nachrecherchiert kommt man darauf, dass Vulva immer das Symbol für die ganze sexuelle weibliche Power war. Die Anatomen haben das aber einfach anders definiert. Dagegen wollen wir natürlich angehen.

Sie promovierten in Philosophie, sind Kommunikationswissenschaftlerin, Sex-Aktivistin, Linguistin und Organisatorin des Berliner PorYes-Awards; kurzum: Ihre Mission ist Sex. Trotzdem: Wie erklären Sie einem Ahnungslosen, was Sie tagtäglich tun?

Sicherlich würde der Begriff „sexpositiver Feminismus“ fallen, und ich würde sagen, dass ich sexualpolitische Kampagnen mache; dass ich mich dafür einsetze, das Wissen über Sexualität zum Allgemeinwissen zu machen, damit die Menschen lernen, dass es viel, viel mehr gibt, als ihnen an Informationen oft mitgegeben wird.

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