Christine Westermann

Christine Westermann

„Ich bin nicht, was ich denke.“

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  • Selina Pfrüner
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Zur Person

17. Oktober 2017, Köln. Christine Westermann verabredet sich gerne im Café des Museums für Angewandte Kunst, die Luft ist herbstlich mild, die Wahl fällt auf einen Tisch draußen im Innenhof. Zunächst hört man nur das Rascheln der Blätter im Wind, das Plätschern eines Springbrunnens. Pünktlich zur Mittagsstunde läuten die Glocken der benachbarten Minoritenkirche, doch das ist kein Lärm – das ist Atmosphäre. Christine Westermann, fast 69, hat spürbar Lust zu reden. Ihr neues Buch handelt vom Alter und von Abschieden, die Gedanken sind noch frisch und werden kombiniert mit jüngsten Erlebnissen: einem Streit mit einem Radfahrer und der Begegnung mit zwei Weltreisenden im ICE nach Hamburg.

Frau Westermann, Sie betonen gerne, wie sehr Sie den „Fragebogen“ von Max Frisch schätzen, eine Sammlung mit Fragen aus verschiedenen Kategorien.

Oh ja, ich liebe diese Fragen. Sehr tricky, manchmal fast gemein. Jede einzelne bringt mich zum Innehealten und Nachdenken.

Eine habe ich rausgesucht: „Wann haben Sie aufgehört zu meinen, dass Sie klüger werden, oder meinen Sie’s noch?“

Klüger ist das falsche Wort, klug bedeutet für mich, alles besser zu wissen. So bin ich nicht. Wenn jedoch klüger in dem Sinne gemeint ist, dass ich besser darin werde, Dinge zu verstehen und zu begreifen, dann werde ich mit jedem Lebensjahr klüger.

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