Charlotte Gainsbourg

Charlotte Gainsbourg

„Der Tod begleitet mich, so lange ich denken kann.“

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  • Nico Wöhrle
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Zur Person

Berlin, 11. Oktober 2017. Auf dem schummrigen Hotelflur übersieht man die kleine Frau beinahe. Charlotte Gainsbourg wirkt schmal, fast zerbrechlich, trägt ein warmes Lächeln in ihrem Charaktergesicht. Seit ihrem 13. Lebensjahr macht die Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg Musik und dreht Filme. In Frankreich ist die 46-Jährige ein Superstar. Ein Schluck Grüner Tee zu Beginn, dann spricht sie leise und konzentriert über Todesfälle und Tagebücher – und die öffentlich geführte Beziehung ihrer berühmten Eltern.

Madame Gainsbourg, für die Lieder Ihres neuen Albums haben Sie sich von Ihren Tagebüchern inspirieren lassen. Seit wann führen Sie Tagebuch?

Ich weiß von meiner Mutter, dass sie schon als Kind Tagebuch führte, das war ihr wichtig. Sie schenkte mir dann eines, als ich vielleicht elf Jahre alt war. Ich habe aber nie viel hineingeschrieben. Dann verliebte ich mich in einen sehr viel älteren Mann, da war ich 14 Jahre alt. Zu dem Zeitpunkt fing ich wirklich mit dem Tagebuchschreiben an.

Weil Sie damit begannen, Ihr Leben stärker zu reflektieren?

Eigentlich nicht, denn ich habe es nicht für mich geführt, sondern für ihn. Ich schrieb also für jemand anderen über mein Leben. Ganz viel davon habe ich mir ausgedacht. Das meiste, was mir in meinem damaligen Leben passierte, kam mir nicht spannend genug vor, also habe ich es für mein Tagebuch ein bisschen interessanter gestaltet. (lacht)

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