GALORE 24 - ab sofort erhältlich!

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GALORE24 Cover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

GALORE Nr. 24 ist ab sofort im Handel erhältlich!

In dieser Ausgabe lesen Sie 15 neue Interviews. Unter anderem trafen wir den Datenexperten Andreas Weigend, für den die Verlagerung von Daten in das Internet ein hochsensibles und bedeutsames Thema ist. Der ehemalige Chefwissenschaftler von Amazon spricht während des Gesprächs vom „Zeitalter der Selbstverwanzung“ und erläutert in GALORE seinen Vorschlag einer künftigen Charta mit mindestens sechs Datennutzungsrechten. Wer mit der neuen digitalen Welt fremdelt, dem sei das Interview mit Matthias Horx empfohlen. Der Zukunftsforscher berichtet, dass sich in Japan selbst die partnerschaftliche Beziehung mehr und mehr ins Netz verschiebt. Die Jugendlichen dort würden ihre Liebespartner nämlich meist in Form eines Avatars auf dem Handy mit sich herumtragen – was er ansonsten über ausgediente und zukünftige Liebesformen zu sagen hat, erklärt er anschaulich im Gespräch mit unserem Autoren Marcus Ertle.

Wolfgang Bosbach besitzt hingegen erst seit Kurzem ein Smartphone. Twittern will er aber trotzdem nicht, seine Meinungsfreudigkeit bewahrt er sich lieber für Talkshows auf. Wie es der Zufall wollte, trafen wir den CDU-Politiker kurz vor seinem bereits jetzt schon legendären Auf- und Abtritt bei Sandra Maischberger, und auch wenn sich die Themen ähnelten: Bei uns blieb er sitzen. Einen routinierten Umgang mit den neuen Medien pflegt hingegen der Cartoonist Ralph Ruthe. Bei einem gemeinsamen Frühstück erzählt der rege Social-Media-Nutzer, wie er mit Störenfrieden im Netz umgeht – dass Humor dabei eine große Rolle spielt, wird Sie nicht verwundern. Das gilt auch für Stefanie Sargnagel, die mit ihren oftmals satirisch anmutenden Postings ihre Follower begeistert. Die Kehrseite der Medaille: durch ihre stetig steigende Reichweite trifft die Autorin immer öfter auf Nutzer, für die sie nicht nur Sympathie aufbringt.

Da ist das Allround-Talent Steven Van Zandt einem Wolfgang Bosbach tatsächlich viel näher. Der Schauspieler und Gitarrist der Bruce Springsteen E-Street-Band hat keinerlei Interesse an der digitalen Welt, im Gegenteil kritisiert er die Wertlosigkeit künstlerischer Inhalte, die mit dieser einhergeht. Caroline Peters wird ihm hier vermutlich zustimmen, fühlt sie sich durch das Überangebot des Internets mitunter sogar an den „Rand einer Geisteskrankheit“ getrieben. Und auch wenn die regelmäßige Kommunikation mit Freunden aus aller Welt durch das Internet erleichtert wird: Für die in Wien lebende Theaterschauspielerin des Jahres 2016 geht nichts über eine selbstgestaltete Postkarte an Personen, die ihr wichtig sind.

Wie sehr sich die menschliche Aufmerksamkeitsspanne durch die digitale Welt verengt hat, bedauert Hollywood-Komponist James Newton Howard, den wir in seinem Studio in Los Angeles besucht haben. Die Extrem-Radfahrerin Juliana Buhring ergänzt das durch die Tatsache, dass Mobiltelefone mittlerweile als ein Hauptgrund für tödliche Verkehrsunfälle gelten – dieser Umstand hat einen guten Freund und Kollegen von Buhring bereits das Leben gekostet. Ein früher Autounfall ging auch an Cornelia Schleime nicht spurlos vorbei. Die Künstlerin hat seitdem mit einer Autobahnphobie zu kämpfen – dass sie durchaus in der Lage ist, mit Widrigkeiten erfolgreich umzugehen, bewies sie aber schon, als sie in der DDR mit einem Berufsverbot belegt wurde und dieses Schicksal auf ihre Art meisterte.

Unsere Initiative „Lesen hilft Menschen“ widmet sich dieses Mal der Frauenrechts- und Hilfsorganisation Medica Mondiale. Gründerin Monika Hauser berichtet uns von dem Beitrag, den sie mit ihrer Organisation für weibliche Opfer sexualisierter Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten leistet. Zu guter Letzt: Wir freuen uns sehr, mit Randy Newman, Jürgen Prochnow und Alice Cooper drei Künstler interviewt zu haben, die in ihrem jeweiligen Bereich nicht weniger sind als lebende Legenden.

Wir wünschen Ihnen nun eine anregende Lektüre, die im Gegensatz zu einigen unserer Gesprächsthemen möglichst frei von digitalen Störgeräuschen bleiben möge.

Herzliche Grüße aus der Redaktion! Hannah Heubel